Wir hatten immer mal wieder überlegt, ob wir auch Sri Lanka während unserer Weltreise besuchen wollen und als Micha dann schließlich feststellte, dass man hier prima Kitesurfen kann, war die Entscheidung gefallen – von Kuala Lumpur fliegen wir in die Hauptstadt Sri Lankas – Colombo. Von dort aus geht es als Erstes in den Kitesurfer-Hotspot Kalpitiya, von wo aus wir weiter nach und nach das Land bereisen, wobei wir jedoch aufgrund unserer begrenzten Zeit den Norden aussparen. So besuchen wir den Nationalpark Wilpattu, die alte Hauptstadt, das in den Bergen gelegene Ella, den Surfspot Arugam Bay und einige weitere Sehenswürdigkeiten.
Colombo (09. Jun – 11. Jun)
Wir beginnen unsere Reise in der Hauptstadt Colombo, da unser Flug hier landet. Bei der Location des Flughafens haben wir uns allerdings verschätzt – dieser ist viel näher an dem kleinen Ort Negombo gelegen als an Colombo selbst, sodass wir erstmal noch eine ganz schöne Strecke zurücklegen, bis wir an unserem Hotel ankommen.
In Colombo besuchen wir die Floating Markets, das Nationalmuseum und eine basarähnliche, super wuselige Einkaufsstraße. Die Stadt überzeugt uns allerdings nicht allzu sehr, was vielleicht auch daran liegt, dass wir das erste Mal während unserer Reise richtig auf einen Scam hereinfallen. Ein angeblicher Zugführer mit offiziellem Ausweis hat sich auf der Straße mit uns angefreundet, uns viel über seine Tochter erzählt, die in Deutschland Jura studieren will und uns einen leckeren Avocado-Shake ausgegeben. Anschließend wollte er uns helfen, Bustickets zu kaufen. Nachdem wir ihm die 5.000 Rupien gegeben haben, ist er allerdings einfach weggerannt. Auch wenn das umgerechnet „nur“ 15 Euro waren, ärgern uns im Nachhinein natürlich trotzdem, vor allem weil wir auf so einen „dummen“ Trick hereingefallen sind. Daher sind wir gar nicht traurig, als unsere Reise weitergeht.
Kalpitiya (11. Jun – 18. Jun)
Mit dem Bus fahren wir in ca. 5 Stunden von Colombo aus nach Kalpitiya, was uns jeweils ca. 2 EUR kostet. Die Busfahrt an sich ist schon spektakulär: Die Busse sind bunt, es läuft Musik, im Fahrerbereich befindet sich eine Art kleiner Altar, an dem eine hinduistische Statur steht und Räucherstäbchen brennen und der Bus ist ganz schön vollgepackt mit Menschen. Zum Glück haben wir einen Sitzplatz, sodass die Reise für uns relativ angenehm verläuft.
In Kalpitiya angekommen freuen wir uns erstmal sehr über unsere wunderschöne Unterkunft: Wir haben einen Bungalow für uns direkt am Meer. Außerdem ist das Essen unglaublich lecker. Während Micha jeden Tag, an dem der Wind es zulässt, raus auf die Lagune geht und kitesurft, widmet sich Laura vor allem dem Nichtstun. Kalpitiya ist zwar aufgrund der Lagune und der daher gerade für Kite-Anfänger sehr guten Bedingungen bekannt, allerdings gibt es hier neben Kiten nicht allzu viel zu tun. Nach einer Woche haben wir dann auch das ganze vegetarische Menü unserer Unterkunft durchprobiert und wir sind bereit für unser nächstes Ziel.




Wilpattu Nationalpark (18. Jun- 20. Jun)
Es geht in den Wilpattu Nationalpark, denn wir wollen Elefanten sehen! Neben der sehr vielseitigen Landschaft weist Sri Lanka auch eine unglaubliche Artenvielfalt auf. Daher machen wir uns wieder mit dem Bus auf den Weg, auch dieses Mal überzeugt uns der ÖPNV: Mit zwei Bussen und lediglich 5 Minuten Wartezeit dazwischen erreichen wir relativ entspannt die Kreuzung, die zum Nationalpark führt. Von dort aus können wir mit viel Glück ein Tuk Tuk zum Anhalten bewegen und kommen schließlich in unserem Homestay an. Dort zeigt uns unser Gastgeber erst einmal einen Baum, der vor zwei Tagen Opfer eines Elefanten auf Mangosuche wurde. Erst jetzt wird uns langsam bewusst, was für eine Kraft Elefanten eigentlich haben. Er erzählt uns auch, dass in Sri Lanka pro Jahr ca. 60 Menschen durch Elefanten getötet werden. Wir hatten die Tiere irgendwie nicht so gefährlich eingeschätzt.
Am nächsten Morgen machen wir uns um 6 Uhr im Jeep auf den Weg in den Nationalpark und starten unsere Safari. Direkt am Anfang sehen wir schon viele verschiedene Arten Rehe und Hirsche. Auch die riesigen Wasserbüffel können sich nur kurz vor uns verstecken. Gegen Nachmittag haben wir dann enormes Glück: Wir sehen – wenn auch aus der Ferne und mit Fernglas- einen Leoparden, der im Schatten am See schläft. Und dann ein paar Meter weiter- ein riesiger Elefantenbulle, der zum Wassertrinken vorbeikommt. Unser Safari-Erlebnis ist perfekt und wir wären eigentlich bereit, wieder in unsere Unterkunft zu fahren. Unser Fahrer sieht das irgendwie nicht ganz so und fährt uns noch eine weitere große Runde durch den Park, allerdings können wir dabei noch einen einheimischen Fuchs (bzw. Schakal) sehen. Ziemlich müde kommen wir nach 12 Stunden Safari in unserer Unterkunft an, aber der Tag hat sich gelohnt.









Anuradhapura (20. Jun – 22. Jun)
Vom Wilpattu-Nationalpark aus geht es für Micha noch einmal zurück nach Kalpitya, da er einfach nicht genug vom Kitesurfen bekommen kann. Laura hingegen zieht es weiter, sie macht einen kurzen Abstecher nach Anuradhapura, der alten Hauptstadt Sri Lankas.
Hier erkundet Laura mit einem klapprigen Fahrrad einige der alten Tempel und Stupas und isst eines der besten Currys in ganz Sri Lanka. Nach drei Tagen treffen wir uns aber schon wieder und gemeinsam geht unsere Reise weiter.




Sigiriya (22. Jun – 24. Jun)
Gemeinsam fahren wir weiter im Tuk Tuk nach Sigiriya, um den Lion’s Rock zu besuchen. Hier haben wir eine unserer schönsten Unterkünfte in Sri Lanka. Wir verbringen zwei Nächte in einem Homestay mit nur zwei Gästezimmern, dafür aber einem riesigen Garten und dem nettesten Gastgeber überhaupt. An den zwei Tagen, die wir hier sind, gibt es ein riesiges sri-lankisches Frühstück für uns mit Roti, Curry, frischen Früchten, Kaffee und einigen anderen Gerichten, an deren Namen wir uns gar nicht mehr erinnern :D. Micha, der gerade auf einen Marathon trainiert, findet hier eine seiner schönsten Laufstrecken und wird dabei immer wieder von wilden Tieren (Kühen, Affen) überrascht. Nachmittags machen wir uns dann auf den Weg und besteigen den Lion’s Rock. Der Aufstieg an sich dauert gar nicht so lange, aufgrund der Temperaturen ist es jedoch ganz schön anstrengend. Die Strapazen haben sich allerdings gelohnt, vom Berg aus haben wir eine atemberaubende Aussicht auf die umliegende Landschaft Sri Lankas.





Nuwara Eliya (24. Juni- 25. Jun)
Unsere Reise führt uns weiter zunächst per Taxi nach Kandy, wo wir eines der absoluten Touristen-Highlights Sri Lankas erleben: Mit dem Zug fahren wir die berühmte Strecke von Kandy nach Ella, wobei wir einen Zwischenstopp mit Übernachtung in Nuwara Eliya einlegen. Die Teeregion Nuwara Eliya verfügt über einige alte englische Villen und es ist das erste Mal seit langer Zeit, dass wir einen Pulli brauchen. Unsere Unterkunft hat sogar eine Heizung! Auch wenn das erste Bild hier sehr malerisch aussieht, hatten wir uns von dem Ort ein bisschen mehr erhofft und ziehen daher nach einer Nacht bereits weiter.



Ella (25. Juni – 28. Juni)
Am nächsten Tag geht es weiter mit dem Zug und ab Nuwara Eliya beginnt der wunderschöne Teil der Zugstrecke: vorbei an Teeplantagen, Dschungel, Nebelwald … langsam und beständig tuckert der Zug, der ein bisschen an den Hogwarts-Express erinnert, vor sich hin und wir kommen nicht umher, die klassische Influencer-Touri-Position einzunehmen: Wir hängen uns aus den (auch während der Fahrt!) offenen Türen des Zuges und betrachten die wunderschöne Umgebung.
In der Bergregion Ella angekommen, haben wir das Gefühl, das erste Mal an einem richtigen Touri-Hotspot zu sein. Hier gibt es wieder die klassischen westlichen Cafés und Restaurants und wir fühlen uns auf Anhieb wohl. Unser Homestay liegt mitten in den Bergen, sodass wir das Glück haben, beim Frühstück Affen beobachten zu können. Wir besteigen den Little Adam’s Peak, besichtigen eine Teeplantage und die berühmte Nine Arches Bridge und lernen bei einem Kochkurs das erste Mal so richtig, was wir hier eigentlich die ganze Zeit leckeres essen.














Arugam Bay (28. Jun – 02. Juli)
Unseren vorletzten Stopp verbringen wir in Arugam Bay, einem sehr touristischen Surf-Hotspot. Hier besteigt Laura das erste Mal in ihrem Leben ein Surfbrett. Sie ist so begeistert, dass sie insgesamt drei Stunden nimmt, auch wenn das bedeutet, morgens um 5:30 Uhr aufzustehen.
In unserem super sozialen Hostel lernen wir auch einige Leute kennen und machen gemeinsam eine Roller-Safari um einen nahegelegenen Nationalpark herum. Auch hier haben wir wieder großes Glück und können mehrere Elefanten sehen und eine Unmenge an Krokodilen.













Galle (02. Jul – 03. Jul)
Zum Ende unserer Sri Lanka-Reise besuchen wir noch für einen Tag die alte Stadt Galle. Der um den Fort gelegene Teil erinnert uns ein wenig an Italien: Überall Lichter, Restaurants und wir fühlen uns sehr wohl. Der außerhalb der Stadtmauern gelegene Teil ist uns ein bisschen zu hektisch und wuselig, dafür entschädigt allerdings unsere wunderschöne, italienisch angehauchte Unterkunft, in der wir endlich noch einmal richtig ausschlafen können.
Fazit
Sri Lanka ist trotz seiner recht überschaubaren Größe ein unglaublich vielseitiges Land: Berge, Strand, Kultur, Nationalparks – hier konnten wir alles umsetzen, worauf wir gerade Lust hatten. Wir haben aber auch gemerkt, dass Sri Lanka unter Covid und den schwierigen politischen Verhältnissen sehr gelitten hat. Auch wenn es langsam bergauf geht, die Wirtschaftskrise ist noch nicht überwunden und gerade für die Einheimischen gestaltet sich der Alltag aufgrund der immens gestiegenen Lebenshaltungskosten und der teilweise nicht ausreichend verfügbaren Rohstoffe (Tanken rationiert nur mit QR-Code, damit jeder lediglich seine zugewiesene Menge Kraftstoff tanken kann, problematischer Import von Düngemitteln …) sehr schwierig. Wir haben aber – mit Ausnahme des ersten Tages- super herzliche und freundliche Menschen getroffen und eine wundervolle Zeit in Sri Lanka verbracht. Und vom öffentlichen Nahverkehr können wir uns in Deutschland noch einiges abgucken :).


