Während unserer Weltreise haben wir immer mehr Kulturen kennengelernt, verschiedene Klimazonen gesehen und viele verschiedene Gerichte probiert. Dabei ist uns mehr und mehr bewusst geworden, wie viele Auswirkungen Reisen auf die Umwelt und die Menschen vor Ort hat. Das Thema hat am Anfang vor allem Laura getrieben, mittlerweile ist Micha aber auch ganz engagiert. Daher haben wir uns immer bewusster unseren ökologischen Fußabdruck, sowohl zu Hause in Deutschland als auch auf Reisen, angeschaut und uns Wege überlegt, wie wir diesen möglichst gering halten können.
Flüge
Fliegen kann eine echte Herausforderung sein, wenn es um nachhaltiges Reisen geht. Obwohl es manchmal die einzige Option ist, ist es auch einer der größten Verursacher von CO₂-Emissionen. Daher haben wir versucht, die Flüge auf ein Minimum zu reduzieren. In Südamerika sind wir z.B. fast ausschließlich mit dem super ausgebauten Busnetz unterwegs gewesen und haben es geschafft, von Bolivien bis nach Panama mit lediglich zwei Flügen auszukommen, auch wenn das manchmal zu viel Zeit auf der Straße geführt hat.
Falls wir allerdings nicht um einen Flug drumherum kommen, haben wir gelernt, dass es bei vielen Portalen auch die Funktion gibt, sich den CO₂-ärmsten Flug auszusuchen. Durch Direktflüge, bestimmte Flugzeugtypen und die Auslastung der Flugzeuge kann eine Menge CO₂ gespart werden, was manchmal nur einen Klick erfordert.
Für die verbliebenen Flüge haben wir uns entschieden, diese zu kompensieren. Das heißt, wir berechnen, wie viel CO₂ wir mit unseren Flügen erzeugen und fördern dann Projekte, die CO₂-Emissionen in dem Umfang reduzieren. Wir haben uns dabei für den deutschen Anbieter und mehrfachen Stiftung Warentest Sieger Atmosfair entschieden. Bei CO₂ ist es egal, wo auf der Welt es eingespart wird und in Entwicklungsländern ist die Einsparung oft einfacher als in Industrieländern. Bei Atmosfair sponsern wir daher z.B. Projekte, bei denen Holzöfen in Nigeria umgerüstet werden auf energiesparende Öfen. Zudem fließt unser Kompensationsbeitrag in Forschungsprojekte, wie beispielsweise hinsichtlich der Erzeugung von E-Kerosin, um den Flugverkehr irgendwann CO₂-neutral oder zumindest CO₂-ärmer gestalten zu können. Wir finden, dass die Kompensation eine gute Möglichkeit ist, um (nicht vermeidbare) Flugstrecken zumindest kompensieren zu können. Allerdings gilt der Grundsatz, den auch Atmosfair entschieden vertritt: Flüge sollten in erster Linie wann immer möglich vermieden werden und nur falls das nicht möglich ist, sollte zur Kompensation gegriffen werden. Falls dich das Thema interessiert, findest Du hier den Link zu Atmosfair.
Super spannend ist es auch, hier zu schauen, was der durchschnittliche CO₂-Verbrauch des Durchschnitts-Deutschen ist und das in Vergleich zu anderen Nationen zu setzen.
Auch wenn unsere Flüge mit großem Abstand den größten Teil unseres CO₂-Ausstoßes ausmachen, haben wir trotzdem noch ein paar Bereiche gefunden, wo wir im Kleinen nachhaltiger unterwegs sein können.
Öffentliche Verkehrsmittel
Eine der einfachsten Möglichkeiten, nachhaltig zu reisen, ist die Nutzung öffentlicher Verkehrsmittel. Statt ein Auto zu mieten oder ein Taxi zu nehmen, versuchen wir, wo es geht, wie oben erwähnt, Busse oder Züge zu nutzen. Das ist nicht nur besser für die Umwelt, sondern auch eine großartige Möglichkeit, Geld zu sparen und die lokale Kultur kennenzulernen.
Abfallvermeidung
Während unserer Reise haben wir immer wieder mit Erschrecken festgestellt, wie vermüllt viele Teile der Welt sind und dabei auch kritisch unseren Plastikverbrauch hinterfragt. Eine einfache Möglichkeit zur Reduzierung von Plastikmüll ist unsere gute Thermosflasche. Wir wählen nach Möglichkeit Unterkünfte mit Wasserspendern, wo wir uns dieses auffüllen können. So können wir jeden Tag mindestens 1 große Wasserflasche sparen, bei einem Jahr Weltreise sind das stolze 700 Plastikflaschen weniger für uns beide. In den Ländern, in denen wir selbst gekocht haben, haben wir beim Einkauf versucht, Plastik zu sparen, das geht vor allem mit mitgebrachten Einkaufstaschen und lässt sich bei verschiedenen Produkten, z.B. Obst und Gemüse, gut umsetzen.
Auch mit den Produkten, die wir täglich nutzen, haben wir die Möglichkeit, einen Unterschied zu machen. Wir haben uns beispielsweise feste Seife und Shampoo zugelegt und versuchen, kleine Plastikverpackungen, die es häufig für Reisen gibt, zu vermeiden und zu den großen Alternativen zu greifen, insbesondere bei Sonnencreme, Aftersun, Zahnpasta etc.
Nachhaltige Hotels
Hotels können einen großen Einfluss auf die Umwelt haben, von Wasserverbrauch bis Energieverbrauch. Wie überall gibt es auch viel „Greenwashing“, bei dem Hotels übertriebene oder irreführende Aussagen über ihre Nachhaltigkeits-Praktiken machen. Allerdings haben wir bei Booking.com eine Funktion entdeckt, wo transparent aufgelistet wird, welche Maßnahmen ein Hotel konkret anwendet. Hier achten wir vornehmlich darauf, dass Einwegplastik vermieden wird und Wasserspender vorhanden sind.
Ernährung
Auch bei der Ernährung können unsere täglichen Entscheidungen großen Einfluss haben. Mittlerweile ernähren wir uns beide vegetarisch, wobei Laura versucht, vegan zu leben, was sich auf Reisen teilweise ganz schön schwierig gestalten kann. Hier haben wir aber die App HappyCow (iOS / Android) entdeckt, auf der vegane und vegetarische Restaurants im Umkreis aufgezeigt werden. Das macht es uns deutlich leichter, entsprechende Restaurants zu finden.
Daneben ist es super, regionale Produkte zu kaufen, was uns unterwegs aufgrund der spannenden neuen kulinarischen Eindrücke natürlich viel leichter fällt :).
Geldanlage
Einen großen Einfluss, der zunächst weniger offensichtlich ist, haben wir auch damit, wo wir unser Geld anlegen und daher haben wir unseren ETF Sparplan auf einen nachhaltigeren MSCI World SRI umgestellt. Hier haben wir wahrscheinlich neben den Flugkompensationen den größten Impakt.
Fazit:
Eine Weltreise klingt erstmal nach einer Riesen-Klimasünde, aber nach etwas Recherche waren wir überrascht, wie einfach und günstig es ist, seine Reise CO₂-ärmer zu gestalten. Klar, können wir vieles auf unserer Reise noch nachhaltiger gestalten, aber ein Anfang ist gemacht. Solange es noch keine nachhaltigen Kraftstoffe für Flugzeuge gibt, erfordert nachhaltiges Reisen ein bisschen Planung und Vorbereitung, aber es ist die Mühe wert. Durch die Nutzung öffentlicher Verkehrsmittel, die Vermeidung von Abfall, und Flugkompensation können wir unseren Teil dazu beitragen, unseren Planeten zu schützen und unsere Reisen umweltfreundlicher zu gestalten.



