Australien

Unsere Route führt uns entlang der Ostküste Australiens von Melbourne im Bundesstaat Victoria über Sydney, New South Wales, bis hin ins nördliche Queensland, wo wir am Great Barrier Reef den krönenden Abschluss unserer beeindruckenden Campertour feiern. Insgesamt verbringen wir 30 Tage in unserem kleinen Campervan und legen dabei ca. 5000 Kilometer zurück.

Von Melbourne nach Sydney – 27. Februar bis 14. März

Von Hawaii aus fliegen wir mit einem Direktflug innerhalb von 12 Stunden nach Melbourne. Eigentlich sollten wir aufgrund der Zeitverschiebung nur einen Tag verlieren, dank der mittlerweile von uns nicht mehr so geschätzten Fluglinie Jetstar wird unser Flug jedoch um einen Tag nach hinten verschoben, weshalb wir noch einen Tag später in Melbourne landen.

Dafür freuen wir uns umso mehr, endlich in Australien angekommen zu sein und fühlen uns auf Anhieb wohl in der unglaublich lebenswerten Millionenmetropole Melbourne. Die Stadt ist so vielfältig, es gibt unendlich viel zu entdecken und vor allem die Laneways, kleine Gassen, in denen das Leben aufgrund der vielen Cafés und Restaurants nur so pulsiert, ziehen uns in ihren Bann. Daher erkunden wir die Stadt auch im Rahmen einer Laneway-Tour, wo wir neben den vielfältigen kulinarischen Eindrücken auch einige Kunstwerke entdecken.

Unser absolutes Highlight in Melbourne ist allerdings das Theaterstück „Harry Potter and the cursed child”, das wir im Princess Theatre anschauen. Wir sind beeindruckt von den Tricks auf der Bühne, die tatsächlich wie Magie wirken. Und als die Dementoren durchs Publikum schweben, muss sich Laura erst einmal gut an Micha festhalten ;).

Nach einer Woche in Melbourne müssen wir uns dann aber leider verabschieden und beginnen unser nächstes großes Abenteuer: 30 Tage in einem Campervan.

Nachdem wir unseren Camper abgeholt haben, sind wir erstmal richtig positiv gestimmt und machen uns auf den Weg zu unserem ersten Stopp: Philipp Island. Hier besuchen wir die Penguin Parade, ein Naturschauspiel, wo jeden Abend mehrere tausende kleine Pinguine aus dem Meer auftauchen und ihren Weg zu ihren Nestern machen. Gespannt beobachten wir, wie die Pinguine sich erst in Gruppen zusammenfinden, bevor sie sich den Weg über den Strand trauen, auf dem es vor Möwen nur so wimmelt.

Neben den Pinguinen können wir auch noch eine Vielzahl Wallabys, kleinen Kängurus, beobachten. Wir sind richtig beeindruckt von der tierischen Vielfalt auf der Insel Philipp Island.

Von Philipp Island geht es direkt weiter nach Paynesville, wo wir einen wunderschönen, direkt am See gelegenen Campingplatz haben. Unser Highlight ist jedoch der Besuch der Raymond Island, einer Insel, die für ihre große Koala-Population bekannt ist. Hierbei handelt es sich um einen der wenigen Orte, an denen man mit hoher Sicherheit Koalas in freier Wildbahn beobachten kann und wir werden nicht enttäuscht: Als wir den Koala-Walk beschreiten, sehen wir überall in den Bäumen die flauschigen, grauen Bären, sogar teilweise Mütter mit ihren Babys. Wir kommen aus dem Staunen gar nicht mehr raus.

Eine Nacht verbringen wir in dem eigentlich nur als Zwischenstopp angedachten Merimbula. Wir haben gar keine wirklichen Pläne, was den Ort angeht, sind jedoch umso begeisterter, als wir am Abend hunderte von Kängurus entdecken, die um unseren Campingplatz herum auf dem Gras stehen und fressen. Die Kängurus kommen richtig nah und wir googeln erstmal, ob diese eigentlich gefährlich werden können. (Auflösung: Zwischenfälle mit Kängurus sind sehr selten, diese ereignen sich nur, wenn Menschen Kängurus in die Enge treiben oder füttern und diese dadurch ihre natürliche Scheu verlieren. Wir haben dieselbe Erfahrung gemacht, sobald wir näher an Kängurus herangekommen sind, sind diese in erstaunlichem Tempo davon gehüpft.)

Unser erstes freies Campen, also Campen ohne Campingplatz, erleben wir in Kiama, einer wunderschönen Küstenstadt in der Nähe von Sydney. Wir sind ein bisschen aufgeregt, als wir einfach so am Straßenrand parken, werden jedoch dadurch beruhigt, dass neben uns noch zwei andere Camper stehen. Außerdem haben wir eine spektakuläre Aussicht auf das Blowhole, eine Felsformation, in die Meerwasser hineingestoßen wird und die dabei eine Fontäne ausstößt, begleitet von einem lauten Meeresrauschen.

Von Sydney nach Brisbane – 14. März bis 24. März

Für die nächste große Stadt auf unserer Route, Sydney, nehmen wir uns drei Tage Zeit zum Erkunden. Uns fällt direkt der Unterschied zu Melbourne auf: Sydney ist auf den ersten Blick viel schicker und postkartentauglicher, mit der Harbour Bridge, dem Operahouse und allgemein der Hafenpromenade. Dafür erscheint uns Melbourne mit den kleinen Laneways viel lebenswerter. Man könnte hier fast schon einen Vergleich zwischen Düsseldorf und Köln ziehen ;).

Wir erkunden Sydney im Rahmen einer Free-Walking-Tour und fahren mit der Fähre nach Manly, wobei wir einen atemberaubenden Ausblick auf die Harbour Bridege und das Opera House gewinnen. Auch den Bondi to Cogee Strandspaziergang treten wir höchst motiviert an, müssen dann jedoch aufgrund der Temperaturen von 35 Grad im Schatten schnell einsehen, dass das so leider nichts wird. Zum Abschluss gönnen wir uns noch einen Besuch im Opera House, wo wir uns Macbeth ansehen. Hier merken wir allerdings nach 10 Minuten schon, dass das schottische Altenglisch nicht nur für uns, sondern auch für 90 Prozent der anderen Zuschauer schwer verständlich ist. Wir flüchten daher in der Pause und einigen uns darauf, dass wir die Erfahrung eher als Besuchs des Opera-Houses von innen werten.

Weiter geht unser Trip nach Hawks Nest, wo wir zwar einen wunderschönen, kostenlosen Parkplatz direkt am Meer zum Übernachten finden, dafür jedoch nachts um 2 Uhr von Betrunkenen geweckt werden, die sich als Polizei ausgeben. Wir nehmen schnell Reißaus und suchen uns einen anderen Platz für die Nacht. Wir lernen jedoch daraus, dass wir erst einmal auf kostenlose Stellplätze verzichten.

Daher verbringen wir die nächsten zwei Nächte wieder auf einem richtigen Campingplatz in Iluka, wo wir bis auf ein paar Spaziergänge einfach nur die Seele baumeln lassen.

Unseren nächsten geplanten Stopp haben wir an der Gold Coast an einem Campingplatz inmitten der Hochhäuser. Laura erinnert sich noch von ihrer letzten Australienreise zurück, dass die Gold Coast eher nicht so ihr Ding war, wohingegen Micha vollkommen begeistert ist: Wolkenkratzer, endlose Strände, moderne Stadt und Natur treffen hier auf außergewöhnliche Weise aufeinander.

Eine vergleichsweise kurze Strecke führt uns daraufhin nach Brisbane, wo es das erste Mal so weit ist: Laura braucht eine Pause vom Campen und gönnt sich ein Hotelzimmer, während Micha (noch) tapfer im Camper ausharrt. Brisbane gefällt uns recht gut, vor allem die schöne Waterfront und die eindrucksvollen, direkt am Fluss gelegenen und von Restaurants umgebenen Felsen prägen das Stadtbild. Allerdings kann die Stadt unserer Meinung nach mit Melbourne und Sydney nicht mithalten.

Brisbane nach Port Douglas – 24. März bis 09. April

Von Brisbane aus geht es weiter in die wunderschöne Küstenstadt Noosa. Hier ist alles irgendwie weiß, wie auf Santorini und wirkt wie einer Postkarte entsprungen. Wir bummeln durch die Einkaufsstraße und lauschen einem Konzert am Strand. Die Menschen wirken sehr entspannt und sind erstaunlich sportlich, wie Micha bei seinem 5-Kilometer-Lauf erfahren muss, wo sich zwei ältere Damen morgens um 7 Uhr darüber unterhalten, dass sie heute nur 35 km gelaufen seien. 

Von Noosa aus geht es weiter nach Hervey Bay, wo wir einen Campingplatz direkt am Strand haben. Wir können den Sonnenuntergang über dem Meer beobachten und schlafen mit Meeresrauschen ein. Eigentlich wollten wir die nahegelegene Insel Fraser Island besuchen, stellen jedoch fest, dass dies nur im Rahmen einer geführten Tour oder mit 4-Rad-Antrieb möglich ist. Wir entscheiden uns daher gegen eine Tour und verbringen unsere Tage in Hervey Bay mit Strandspaziergängen, Barbecue und (endlich nochmal) Aperol Spritz. 

In Rockhampton machen wir nur einen Zwischenstopp und trauen uns nochmal auf einen kostenlosen Campingplatz. Dieser ist wunderschön an einer Parklandschaft gelegen und wir verbringen eine ruhige Nacht. Etwas beunruhigt uns allerdings der Gedanke, dass wir jetzt offiziell im Crocdile Country angekommen sind – in jedem Fluss und auch im Meer können also Krokodile lauern und wir sollen uns crocwise verhalten. 

In Airlie Beach ist es dann endlich so weit – auch Micha braucht eine Pause von unserem kleinen Campervan und wir gönnen uns zusammen ein Hotelzimmer für zwei Nächte. Nachdem es zunehmend wärmer um uns wird, genießen wir zwei Tage im klimatisierten Hotelzimmer und verlassen dieses nur, um uns im touristischen Airlie Beach auf die Suche nach Abendessen zu machen. Hier fallen uns auch zum ersten Mal die Warnschilder auf, die auf die im Meer vorhandenen Quallen aufmerksam machen. Neben den Schildern gibt es Essigflaschen, um im Notfall eine (potenziell tödliche) Verletzung behandeln zu können. 

In Townsville verbringen wir wieder nur eine Nacht, um direkt weiter nach Mission Beach zu fahren. Hier reihen sich endlose Strände aneinander, wir trauen uns allerdings nicht so richtig in Wassernähe, da die Warnschilder und jetzt nicht nur auf Quallen, sondern auch auf Krokodile hinweisen. In gebührendem Abstand spazieren wir daher entlang der Küste und erfreuen uns noch einmal an einem klimatisierten Hotelzimmer (Michas Wunsch, ich schwöre!).

Unseren ersten richtigen Ausflug machen wir in Paronella Park, einem alten Schloss, das von einem spanischen Auswanderer mitten in den Regenwald gebaut wurde. Hier fanden sich Tennisplätze, einen Picknick-Bereich und es gab die wohl erste Eismaschine in Queensland. Leider ist vieles mehreren Fluten zum Opfer gefallen, die Anlage strahlt jedoch immer noch einen magischen Charme aus. Insbesondere beeindruckt der Wasserfall, der damals José Paronella dazu bewogen hat, hier seinen Traum zu verwirklichen.

In Port Douglas findet unsere Australienreise dann ihren Höhepunkt: Wir schnorcheln im Great Barrier Reef und überfliegen dieses im Rahmen eines Helikopter-Fluges. Die schiere Weite dieses 2.300 km langen Riffs ist selbst aus der Luft nur zu erahnen und wir können unser Glück kaum fassen, dieses Naturschauspiel mit eigenen Augen wahrnehmen zu können. Beim Schnorcheln sehen wir unzählige Fische, Korallen und eine Schildkröte. Wir fahren zudem mit einem Semi-U-Boot durch das Wasser und können so sogar trockenen Fußes die Unterwasserwelt bestaunen.

In Cairns geben wir unseren Camper ab und verbringen unsere letzten Tage vor dem Abflug bei einem deutschen Auswanderer-Ehepaar. Wir freuen uns, wieder vier Wände um uns herum zu haben und in einem klimatisierten, dunklen Raum schlafen zu können. Wir wandern ein wenig die Promenade ab und statten dem Hostel, in dem Laura ihren letzten Aufenthalt in Cairns verbracht hat, einen kurzen Besuch ab. Außerdem nimmt Micha am wöchentlich stattfindenden Park-Run teil.

Fazit

Wir lieben Australien! Das unglaublich vielseitige Land mit der laid- back-Mentalität hat uns richtig gutgetan, sodass wir fast schon mit dem Gedanken gespielt haben, hier länger zu bleiben, vielleicht sogar für ein Auslandsjahr. Es gibt eine Vielzahl an Parks, überall finden sich Barbecue-Areas, wo man kostenlos grillen kann und die schönen Nationalparks laden zum kostengünstigen Campen ein. Uns ist aufgefallen, wie unglaublich sauber Australien ist, vielleicht allerdings auch noch im Kontrast zu Süd- und Mittelamerika. Bessers beeindruckt hat uns natürlich auch die Tiervielfalt!

Je weiter wir allerdings in den Norden gekommen sind, desto mehr haben uns die Temperaturen zu schaffen gemacht. 35 Grad im Schatten und eine Luftfeuchtigkeit um die 90 Prozent ohne Klimaanlage im Camperinneren haben uns das ein oder andere Mal den Schlaf geraubt. Wir haben auch festgestellt, dass 30 Tage in unserem Mini-Campervan (Schlaffläche + kleine Küche, allerdings ohne Dusche oder Toilette) für uns etwas zu viel waren und wir ab und an aufs Hotel ausweichen mussten.

Insgesamt hat uns Australien aber unglaublich gut gefallen, insbesondere Melbourne, die wunderschönen Küstenabschnitte und die reiche Tierwelt.

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