Peru

Peru – zwischen Anden, Dschungel und Meer

Wir starten im Süden Perus in Puno, reisen über Cusco mit Abstechern zum Nationalpark Manú und Machu Picchu, über Arequipa nach Lima bis hoch in den Norden nach Máncora.

Puno – 15./16.09.2022

Von La Paz in Bolivien nehmen wir den Bus nach Puno, wobei wir zwischendurch die Grenze nach Peru passieren. Der Grenzübergang per Bus ist erstaunlich unkompliziert und wir erhalten einen Stempel in unserem Pass, mit dem wir für 90 Tage in Peru bleiben dürfen.

In Puno besucht Micha die schwimmenden Inseln, Laura macht sich nach den vielen Reisen einen entspannten Tag im Hotel. Sein Fazit: „Die waren interessant, aber auch sehr touristisch. Früher haben die Bewohner auf Inseln aus Wurzeln und Stroh gelebt. Heute ist es allerdings leider eher eine Kaffeefahrt/Touristenfalle“.

Cusco – Machu Picchu – 16.09.- 20.09.2022

Weiter geht’s nach Cusco, der ehemaligen Hauptstadt der Inka. Hier machen wir, wie eigentlich in jeder größeren Stadt, erst einmal eine Fee-Walking-Tour, um einen Eindruck von der Stadt zu bekommen. Ansonsten freuen wir uns aber vor allem über das richtig gute Essen, auch vegetarisches und veganes Essen gibt es in Hülle und Fülle.

Und dann geht es auch schon los zu unserem vorläufigen Highlight in Peru, wir machen uns auf den Weg zum Machu Picchu, dem heiligen Berg der Inka mitten im Dschungel. Den Ausflug zum Machu Picchu haben wir bereits in Deutschland größtenteils selbst gebucht, dabei aber festgestellt, dass es ziemlich kompliziert ist, zu verstehen, was man eigentlich genau braucht und wohin es genau gehen soll.

Unsere Route sieht so aus, dass wir von Cusco aus mit einer Bus-Zug-Kombi zunächst sonntags nachmittags nach Aguas Calientes, einem kleinen Ort am Fuße des Machu Picchu, reisen. Dabei bekommen wir auch einen kurzen Einblick in das Heilige Tal der Inka, da wir in Ollantaytambo vom Bus in den Zug umsteigen. Obwohl es Luftlinie nur ca. 150 km von Cusco nach Aguas Calientes ist, zieht sich die Fahrt unglaublich. Alleine der Zug ab Ollantaytambo braucht ca. 3 Stunden, wobei wir immer wieder halten und während der Fahrt ziemlich durchgeschüttelt werden. Außerdem gibt es eine merkwürdige Show im Zug, die wohl von einem Inka-Paar handelt, das sich kennen und lieben lernt. Eine unglaublich touristische Veranstaltung, die wir uns lieber erspart hätten. Unsere Rückfahrt mit Peru Rail ist dafür deutlich angenehmer.

In Aguas Calientes angekommen, verbringen wir dort eine Nacht, wobei wir um kurz vor 22 Uhr noch schnell zur Busstation laufen, um uns die ersten Bustickets für den nächsten Morgen zu ergattern.

Am nächsten Morgen ist es so weit, Machu Picchu, wir kommen! Um kurz nach 5 Uhr morgens machen wir uns auf den kurzen Weg zur Bushaltestelle und nehmen einen der ersten Busse gegen 5:30 Uhr, damit wir Machu Picchu pünktlich um 6 Uhr erreichen. Das frühe Aufstehen hat sich gelohnt. Wir sind fast die ersten Touristen an dieser beeindruckenden Ruine. Es hat etwas Mystisches, umgeben von Dschungel die Inka-Ruinen zu durchschreiten, während langsam die Sonne aufgeht. Unser absolutes Highlight ist allerdings der angrenzende Berg Huayna Picchu, für den wir vorab Eintrittskarten ergattern konnten. Der Eintritt zum Berg ist streng limitiert, nur 400 Personen dürfen am Tag hinaufklettern. Wir haben uns zum Glück den ersten Slot am Morgen gesichert und können daher fast alleine den Berg besteigen. Es geht ganz schön steil nach oben, mit teilweise nur knappem Abstand zu den Klippen, die mehrere hundert Meter hinab in den Dschungel führen, wo gerüchteweise bei einem Absturz nicht mal nach den eigenen Überresten gesucht wird. Nach ca. einer Stunde haben wir es geschafft und der Ausblick lässt uns die Strapazen vergessen. Wir haben eine unglaubliche Aussicht auf Machu Picchu, die wir fast alleine genießen können. Pünktlich zu unserer Ankunft auf dem Berggipfel verziehen sich auch die Wolken und die Sonne kommt zum Vorschein. Ein unglaublicher Ausblick!

Manu Nationalpark – 20.09.- 24.09.2022

Von Aguas Calientes geht es nachmittags zurück nach Cusco, wo wir nur eine kurze Nacht verbringen, denn am nächsten Morgen geht es bereits um 5 Uhr weiter, wir haben eine Dschungel-Tour gebucht!

Vier Tage werden wir im Manu-Nationalpark verbringen. Wir haben uns für diesen Dschungel entschieden, weil wir mit dem Bus von Cusco relativ bequem anreisen und uns so einen Flug sparen können. Bereits während der Busfahrt bekommen wir eine Ahnung, was es heißt, im Dschungel zu sein, da uns die Straße zunächst durch einen Nebelwald führt, wo wir – dank der Hilfe unseren adleräugigen Guides Essau – die ersten Tiere entdecken. Wir sehen verschiedene Vögel und können tatsächlich aus der Ferne einige Affen beobachten! Gegen Abend erreichen wir dann unsere Unterkunft für die erste Nacht, wir schlafen in einer Lodge mitten im Dschungel. Bei einer kurzen Nachtwanderung, die eigentlich nur den Garten der Lodge umschließt, bekommen wir eine Ahnung von der Vielzahl an Tieren, die hier lebt. Im Teich der Lodge lebt ein kleiner Kaiman, wir sehen Vogelspinnen, verschiedene Raupen und probieren Kakaopflanzen direkt vom Baum.

Am nächsten Morgen können wir bereits auf dem Weg zum Frühstück vom Zimmer zum Gemeinschaftsraum Affen beobachten. Alles um uns herum ist grün, die Natur ist einfach wahnsinnig beeindruckend.

Weiter geht es zu einer Kolibri-Farm, wo wir die Tiere aus nächster Nähe beobachten können. Wir sehen auch einen Papagei, der vor unseren Augen mit einer Banane gefüttert wird. Nach diesem kurzen Ausflug geht es aber erst richtig los in den Dschungel, denn jetzt geht es weiter mit dem Boot, da es nun keine Straßen mehr gibt. Nach einer kurzen Bootsfahrt kommen wir an unserer zweiten Lodge an, in der wir zwei Nächte verbringen werden. Hier sind wir jetzt aber wirklich richtig im Dschungel! Alleine der 10-minütige Fußweg vom Boot zur Lodge ist ein Abenteuer, genauso wie der Weg vom Bungalow zum Frühstück, insbesondere wenn es geregnet hat.

Wir verbringen die Tage mit mehreren Wanderungen durch den Dschungel, Bootsfahrten und Tierbeobachtungen. Besonders beeindruckt uns eine ca. 1-stündige, aufgrund der Luftfeuchtigkeit unglaublich anstrengende, Wanderung auf einen Berg, wo wir aus nächster Nähe eine Affenfamilie beobachten können, die sich über unsere Köpfe hinweg ihren Weg durch den Wald sucht. Teilweise werden wir neugierig beobachtet, teilweise haben wir aber auch das Gefühl, dass die Affen uns nicht in ihrem Wald haben wollen, ein paar Stöcke fliegen gefährlich nah in unsere Richtung. Wahnsinnig schön ist auch ein Ausflug, den wir mit kleinen Flossen durch eine Art Moorlandschaft machen. Am Rand des Bachs leben Vögel, die wie eine Mischung aus Huhn und Dinosaurier aussehen, es erinnert uns ein bisschen an das Computerspiel Moorhuhn.

An unserem Abreisetag macht der Regenwald seinem Namen alle Ehre, es regnet ohne Ende. Der Rückweg gestaltet sich daher sehr abenteuerlich, da wir auf dem eigentlich kurzen Fußweg zwischen Lodge und Boot mehrmals umkehren müssen. Aus kleinen Rinnsalen sind reißende Ströme entstanden, die uns am Weitergehen hindern. Schließlich machen sich die ausgeliehenen Gummistiefel richtig bezahlt, als wir durch einen der erstaunlich schnellen Bäche waten, um dann doch noch zu unserem Boot zu gelangen.

Und wieder Cusco – 24.09. – 30.09.2022

Wieder in Cusco angekommen, verabschieden wir uns von unseren Freunden, die direkt nach Lima und von dort aus zurück nach Köln fliegen. Wir hingegeben bleiben noch eine weitere Woche in Cusco, da wir mittlerweile wirklich merken, wie anstrengend so eine Reise auch sein kann, vor allem aufgrund der vielen Touren. In Cusco gönnen wir uns ein bequemes Airbnb, essen viel und gut und lassen uns ansonsten eher treiben. Wir planen ein wenig unsere Weiterreise und genießen einfach mal das Nichtstun, was uns doch erstaunlich schwerfällt.

Arequipa – Colca Canyon – Arequipa 01.10. – 10.10.2022

Von Cusco nehmen wir unseren ersten Nachtbus nach Arequipa. Die Strecken in Peru sind relativ weit bzw. dauern Fahrten nach Orten mit vermeintlich kurzer Entfernung erstaunlich lang, weshalb sich Nachtbusse immer wieder anbieten. Unsere erste Nachtbuserfahrung ist allerdings eher mittelmäßig. Zwar ist der Bus wirklich gut ausgestattet und wir können den Sitz vollständig nach unten klappen, sodass wir quasi ein Bett haben, die Straße ist jedoch so buckelig, dass wir kaum schlafen. Eine Autobahn gibt es in diesem Teil von Peru nicht und wir fahren durch jeden Ort, der entlang der Strecke liegt.

Angekommen in Arequipa gönnen wir uns erstmal ein gutes Frühstück, bevor wir in unser Hotel einchecken können. In Arequipa haben wir uns für drei Nächte richtig was gegönnt. Es gab einen guten Deal für ein 5-Sterne-Hotel und wir mussten einfach zuschlagen. Wir haben festgestellt, dass wir uns zwischenzeitlich immer wieder nach „westlichen Standards“ sehnen. Und so verbringen wir drei Tage am Pool und lassen es uns mit Sauna, Fitnessstudio und Frühstücksbuffet gut gehen. Von der Stadt sehen wir allerdings nicht wirklich was, weshalb wir nach den vier Tagen in ein zentrales, budgetfreundlicheres Hotel im Stadtkern umziehen. Von dort planen wir auch unsere Reise in den Colca Canyon, dem, nach dem Gran Canyon, zweittiefsten Canyon der Welt, der ca. 100 km entfernt von Arequipa liegt. Diesen bereisen wir, nach Tipps von unseren Freunden Sarah und Julian, auf eigene Faust. Wir fahren mit einem öffentlichen Bus zunächst nach Cabanaconde. Sechs Stunden dauert die Fahrt, da wir wirklich überall anhalten. Peruaner lassen sich immer an ihrem Wunschort absetzen, auch wenn der Bus erst vor einer Minute gehalten hat. Wir übernachten im super entspannten Hostel Pachamama, wo es wirklich gute Pizza gibt und wir tolle Tipps zu unserer Wanderung durch den Canyon bekommen. Wir haben uns (leider?!) für eine drei Tagestour entschieden, was zumindest Laura später ein wenig bereuen wird. Aber dazu gleich.

Am nächsten Morgen machen wir uns früh und motiviert auf, um unsere Wanderung zu starten. Geplant ist eine ca. sechsstündige Tour von Cabanaconde nach Llahuar, wobei der erste Teil der 15km-Wanderung steil bergab führt. Ganz am Anfang der Wanderung haben wir bereits Glück und können einen majestätischen Kondor beobachten, der am Rand des Canyons seine Runden dreht. Ein unglaublicher Anblick. Die weitere Wanderung gestaltet sich aber, zumindest für Laura, die endgültig die Erkenntnis gewonnen hat, dass Wandern nicht ihr Sport ist ;), als sehr anspruchsvoll und anstrengend. Vielleicht hätte man das auch schon bei einem Blick auf die Wanderkarte, wo unser Track als sehr anspruchsvoll gekennzeichnet war, erkennen können. Na ja, wäre ja zu einfach gewesen …

Nach der 6-stündigen Wanderung vorbei an atemberaubenden Kulissen und unter sengendem Sonnenschein erreichen wir endlich mit letzter Kraft unsere Unterkunft, die Llahuar-Lodge, deren heiße Quellen uns ein wenig für die Strapazen entschädigen.

Am nächsten Morgen geht es um 5.30 Uhr weiter, um zumindest ein bisschen der Mittagshitze zu entgehen. Wieder „droht“ uns eine sechs- bis siebenstündige Wanderung, zu Lauras ungemeiner Freude geht es jetzt auch noch relativ steil bergauf. Juhu!

Doch am Ende der Wanderung erwartet uns ein Ort, den man so wohl nicht inmitten des Canyons erwarten würde, eine sattgrüne Oase inmitten der kargen Canyon-Landschaft! Wir haben eine wunderschöne kleine Lodge, deren Pool im Schatten von Palmen liegt. Auf den Wiesen erholen sich die Esel, die andere Touristen, die sehr viel fauler als wir waren ;), den Canyon herunter und am nächsten Tag wohl wieder hochtragen müssen. Der Aufenthalt in der Lodge entschädigt (fast) für die Strapazen der Reise. 

Der wohl anstrengendste Teil erwartet uns am dritten Tag. Wir starten um 5:30 Uhr, um den Anstieg aus dem Canyon, der ganze 1.200 Höhenmeter beträgt, zu meistern. Wir kommen erstaunlich gut voran, Laura treibt wohl vor allem die Erkenntnis an, dass wir jetzt erstmal nicht mehr wandern (müssen). Nach ca. 3 Stunden Aufstieg erreichen wir den Gipfel und können sogar den frühen Bus nehmen, der uns zurück in die Zivilisation nach Arequipa bringt. 

In Arequipa erkunden wir die Stadt mit einer Free-Walking-Tour, in deren Verlauf wir Zuschauer einer Haustier-Taufe werden. Hunde und Katzen, viele davon in Kleidern oder mit ungewöhnlichem Kopfschmuck, werden gesegnet und mit Weihwasser beträufelt. Eine interessante Erfahrung. Ansonsten erfreuen wir uns vor allem wieder an gutem, vegetarischem Essen (insbesondere bei den 13 Nonnen) und besichtigen das Kloster Catalina, das aufgrund einer Rabattaktion für Peruaner aber unglaublich voll ist. 

Nazca – Ica – Paracas 11.10. – 15.-10.2022

Von Arequipa geht, es erneut im Nachtbus, nach Nazca. Gefühlt sind die Straßen hier aber besser, wir erahnen etwas wie eine Autobahn, zumindest werden wir deutlich weniger herumgeschleudert. Als wir am nächsten Tag ankommen, sind wir daher sogar einigermaßen ausgeruht und können am Nachmittag direkt eine Tour zu den berühmten Nazca-Linien machen. Wir besichtigen sie von einem Aussichtsturm, über den Flug haben wir gemischte Geschichten gehört, und sind auch mit dem Ausblick ganz zufrieden. Besonders beeindruckt uns aber die Geschichte von Maria Reiche, einer deutschen Lehrerin, die sich jahrzehntelang für den Erhalt der Linien einsetzte und als eine Art Einsiedlerin inmitten der Wüste lebte, um weitere Linien zu entdecken und diese vor der Zerstörung zu bewahren. 

Von Nazca aus geht unsere Reise weiter nach Ica (diesmal eine kurze Strecke, die wir sogar tagsüber fahren können), wo wir drei Tage in der Oase Huacachina verbringen. Die Oase ist super touristisch, aber trotzdem ein Highlight auf unserer Reise. Über unser Hostel nehmen wir an einer Buggy-Fahrt teil, die uns durch die Dünenlandschaft führt und zeitweise aufgrund der rasanten Fahrweise in Todesängste versetzt. Auf den Dünen angekommen, packt unser Fahrer jedoch die Sandboards aus und wir gleiten die Dünen hinunter. Das ist super aufregend und macht mega viel Spaß! Den Sonnenuntergang können wir dann inmitten der Wüste beobachten, ohne Menschen um uns herum.

Von Ica ist es wiederum nur ein Katzensprung nach Paracas, wo wir das erste Mal während unserer Reise das Meer sehen. Endlich ist es auch richtig warm und wir können die dicken Sachen im Koffer lassen. In Paracas erkunden wir den Nationalpark auf eigene Faust mit dem Fahrrad und genießen die spannende Küstenlandschaft. Vielleicht haben wir auch einen Pinguin gesehen … oder irgendeinen anderen Vogel. Außerdem sehen wir riesige Pelikane, die bei den Restaurants um Fisch betteln und ab und zu einen zugeworfen bekommen. 

Was uns hier das erste Mal auffällt, sind die toten Seelöwen, die wir am Strand sehen. Im ganzen Nationalpark entdecken wir ca. fünf tote Tiere, teilweise bereits verwest. Wir machen uns noch eher weniger Gedanken und gehen erst einmal davon aus, dass diese natürlich gestorben und einfach angeschwemmt worden sind. In Mancora werden wir dann später eines Besseren belehrt.

Am nächsten Morgen machen wir eine Bootstour zu den Islas Ballestas, einem Naturschutzgebiet, wo wir vom Boot aus massenweise Vögel, Pinguine und auch ein paar Seelöwen beobachten können. 

Lima16.10. – 30.10.2022

Hablas español?

Von Paracas aus geht es weiter nach Lima. Hier merken wir langsam wirklich, dass sich die Straßen verbessern. Wir sind beeindruckt, als wir unsere Ferienwohnung im Viertel Barranco erreichen. Lima ist eine unglaublich moderne, schöne Stadt, direkt am Meer. Das Wetter ist zwar ziemlich grau, weshalb Lima auch „La Gris” (die Graue) genannt wird, aber wir haben das Gefühl, das erste Mal seit langem, wieder in der „westlichen Welt“ angekommen zu sein. Alle Straßen sind asphaltiert, es wird sich an die Verkehrsregeln gehalten, die Toiletten funktionieren und es gibt überall heißes Wasser. Eine richtige Wohltat nach den abenteuerlichen zwei Monaten der Reise, die wir bereits hinter uns haben. 

In Lima besuchen wir für zwei Wochen die wirklich gute Spanisch-Schule „Peruwayna“, die im wohlhabenden Viertel Miraflores liegt. In der ersten Woche haben wir vier Stunden pro Tag Unterricht zu zweit, ganz schön anstrengend! Dafür lernen wir aber auch unglaublich viel. Nach der Schule gestaltet sich unser Nachmittag daher eher entspannt, wir schlendern durch das wunderschöne Miraflores und unser Viertel Barranco, gehen zum Strand und essen wieder viel und gut. Insbesondere das künstlerische, am Strand gelegene Barranco, das ein bisschen moderner als Miraflores ist, gefällt uns richtig gut. Die zweite Woche Spanisch sollte sich eigentlich etwas entspannter gestalten, da wir jetzt zu viert Unterricht haben, aber puh! Uns drohen unregelmäßige und reflexive Verben, irgendwie sind wir das ganze Lernen gar nicht mehr gewöhnt. Und Hausaufgaben und einen Abschlusstest gibt es auch noch! Am Ende werden wir jedoch mit einem Zertifikat belohnt und sind jetzt stolz auf unser Level A1.2 oder „Basico Dos“. Wir sprechen jetzt quasi fließend Spanisch ;).

Im Laufe der weiteren Reise merken wir aber immer mehr, wie sehr sich der Kurs gelohnt hat, selbst mit Spanisch-Grundkenntnissen begegnen einem die Menschen viel aufgeschlossener und freundlicher. Und meistens merkt man das sogar an den Preisen, die sich merklich verändern, wenn das Gespräch in Spanisch abläuft. 

Unseren Spanisch-Kurs beenden wir mit einer Halloween-Party, von der Micha mit einem ganz schönen Kater und einigen Heiratsangeboten (nicht von Laura!) zurückkehrt. 

Trujillo/Huanchaco 31.10.- 3.11.2022

Nach den anstrengenden zwei Wochen freuen wir uns, als es weiter geht nach Trujillo bzw. an den nahegelegenen Strand- und Surfort Huanchaco. Wir haben uns ein Yoga-Hostel ausgesucht, an dem jeden Tag Yoga-Kurse angeboten werden. Es fühlt sich auch nochmal gut an, in einem Hostel zu sein und mit anderen Reisenden ins Gespräch zu kommen. Ansonsten ist der Strandort wetterbedingt aber eher grau und lädt nicht unbedingt dazu ein, am Strand zu verweilen. Wir verbringen unsere Tage daher eher mit Spaziergängen und einem Besuch der historischen Stätte „Chan Chan“, der Hauptstadt des Chimor-Reiches, das zwischen 900 und 1470 existierte, bevor es von den Inka eingenommen wurde. Dafür, dass es sich um eine sehr bedeutsame und alte historische Stätte handelt (älter und größer als Machu Picchu), ist es erstaunlich ruhig. Wir merken, dass wir im weniger touristischen Norden Perus angelangt sind. 

Mancora -4.11.2022 – 09.11.2022

Karibische Strände?

Von Trujillo fahren wir mit dem Nachtbus nach Mancora, was der Strandort schlechthin in Peru sein soll. Dazu muss man wissen, dass Peru nicht gerade für traumhafte Sandstrände bekannt ist, allerdings hat Mancora tatsächlich ein paar ganz schöne Strände, die zwar nicht an die Karibik heranreichen, an denen es sich eigentlich jedoch ganz gut aushalten lässt. Daher verbringen wir sieben Tage in einer am ruhigen „Playa Amor“ gelegenen Unterkunft, deren Terrasse direkt am Meer liegt. Wir können dort wunderschöne Sonnenuntergänge beobachten und mit dem Meeresrauschen einschlafen. An sich ein wirklich schöner Ort, um herunterzukommen und sich zu entspannen, wenn da nicht wieder die Sache mit den Seelöwen wäre.

Bei unseren Spaziergängen am Strand stellen wir erneut fest, dass tote Seelöwen am Strand angespült liegen. Für den kurzen Strandabschnitt sind das nach unserem Empfinden relativ viele, zudem sehen wir zwei Seelöwen, die angespült werden und sterben. Das fühlt sich alles irgendwie nicht natürlich an, weshalb Laura sich entschließt, einige Tier- und Umweltschutzorganisationen zu informieren. Die in Lima ansässige Organisation Orca Peru meldet sich auch sehr schnell zurück und bestätigt unser Gefühl, dass es sich nicht um natürliche Todesfälle handelt, sondern die Seelöwen häufig von Fischern getötet werden, da diese Fangnetze zerstören. Sie wollen selbst jemanden vorbeischicken, der sich den Strand anschaut, da ähnliche Vorfälle im Norden Perus häufiger gemeldet worden seien. Zudem raten sie uns, die örtliche Polizei zu informieren. Das tun wir auch, allerdings mit mäßigem Erfolg. Sowohl die sogenannte „Tourismus“-Polizei als auch die örtliche Polizei schicken uns mit wenig Verständnis sofort weg und behaupten, das sei normal und sie seien nicht zuständig.

Mit dem Gefühl, wenig erreicht zu haben, spenden wir zumindest etwas an die Organisation Orca Peru, da wir uns dort verstanden und ernst genommen gefühlt haben. Etwas frustriert verlassen wir dann am nächsten Morgen Mancora und freuen uns, unsere Reise in Ecuador fortsetzen zu können.

2 Monate Peru – unser Fazit

Peru ist ein unglaublich vielseitiges Land, das uns nachhaltig beeindruckt hat. Neben dem klassischen Touristen-Hotspot Machu Picchu hat es uns besonders der Dschungel angetan. Die Bilderbuchnatur und die vielen Tiere haben sich wirklich wie eine andere Welt angefühlt. Beeindruckend und auch ein wenig erschreckend ist auch der extreme Kontrast zwischen den reichen Ecken Limas, mit super schicken Hochhäusern, extrem teuren Autos, der Vielzahl an Einkaufsmöglichkeiten und dem sehr armen, einfachen Landleben.

Am Schluss konnten wir in Mancora noch einmal wahrnehmen, dass im Land ganz andere „Probleme herrschen“ als der Tierschutz und wir wurden wieder daran erinnert, dass wir uns, trotz der hochmodernen Großstadt Lima, immer noch in einem Entwicklungsland befinden.

Wenn Ihr mehr zu unserem Fazit nach drei Monaten Reisen lesen wollt, dann klickt hier für unsere Zwischenbilanz.

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Ein Beitrag geteilt von Michael Arns (@micha.arns)